Erdmandeln
Bei der Erdmandel (Cyperus esculentus), auch als Tigernuss bezeichnet, handelt es sich um eine unterirdische Wurzelverdickung mit mandelartigem Geschmack. Sie gehört zur botanischen Familie der Riedgrasgewächse (Cyperaceae), also ein Knollen-Zyperngras. Bekannter ist das spanische, aus Edelmandeln zubereitete milchartige Erfrischungsgetränk, die „Horchata de Chufa“ (Erdmandelmilch). Chufa ist der spanische Ausdruck für Edelmandel. Im 8. Jahrhundert brachten die Araber die Pflanze mit den schmackhaften und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen in den Mittelmeerraum. Kultiviert wird die Edelmandel in Spanien, in der Region um Valencia, z.B. in l´Horta Nord. Heutzutage bildet die Edelmandel in verschiedenen Lebensmitteln und Getränken einen preisgünstigen Ersatz zu Nüssen und Mandeln.
Die Edelmandel – ein „Unkraut“ erobert sich seine Anerkennung
Ähnlich wie bei der Kartoffel, bilden sich im Herbst als Überwinterungstrategie an den Wurzeln des Edelmandelgrases viele unterirdische Knöllchen, die dann geerntet werden können. Über dem Boden zeigt sich die Pflanze mit langen und schmalen Blättern in gelbgrüner Farbschattierung. Die Erdmandel hat ungefähr die Größe einer Eichel und eine dunkle, furchige Haut. Daher muss die Außenhaut der Erdmandel vor der Zubereitung gründlich abgeschält werden. Im Geschmack ähneln die Erdmandeln den Nüssen und werden daher in der Küche und bei der Herstellung von Lebensmitteln entsprechend beigefügt. Eine besonders verträgliche Variante stellen die Bio-Edelmandeln dar, die kontrolliert biologisch angebaut werden. Die Knollen der Erdmandel besitzen einen hohen Stärkegehalt und können roh mit Salz gegessen werden, eine besonders in England beliebte Nascherei. Sie können ebenso in gekochtem Zusand verzehrt werden. Auch werden sie zu Mehl gemahlen oder kommen als Flocken in den Handel. Die gesunden Erdmandel-Flocken können zu Müslis hinzugefügt oder in Trinkschokolade eingerührt werden. Die Zubereitungsformen sind vielfältig und begeistern mit ihrem leicht süßlichen Aroma.
Die vielen wertvollen Bestandteile der Edelmandel – ein Cocktail für die Gesundheit

Der hohe Anteil an Faserstoffen bzw. Ballaststoffen der Edelmandel wirkt sich günstig auf die Magen- und Darmtätigkeit aus. Dadurch wird die Verdauung angeregt und Stoffwechselgifte gebunden sowie die Darmflora günstig beeinflusst. Das enthaltene pflanzliche Eiweiß ist leicht verdaulich und die zahlreichen ungesättigten Fettsäuren bieten, zusammen mit den enthaltenen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, einen gesundheitlichen Mehrwert. Dazu tragen auch das vorhandene Biotin und das Vitamin E (Tocopherol) mit seiner Zellschutzfunktion bei. Das Rutin (Vitamin P) ist ein Bio-Flavonoid, von dem man annimmt, dass es zur Kräftigung der Blut-Kapillaren beiträgt. Für Personen die allergisch auf Nüsse reagieren sowie für Diabetiker ist die Erdmandel eine verträgliche Geschmacksalternative. Da die Erdmandel im Ruf steht, ein nagendes Hungergefühl zu vertreiben, kann sie auch als Mittel zur Gewichtsreduzierung ausprobiert werden. Erstaunlich ist, dass die Edelmandel in gepresster Form ähnlich zusammengesetzt ist wie das Olivenöl. Ein bei einigen Zubereitungsarten erwünschter Vorteil ist die vergleichweise höhere Geschmacksneutralität des Erdmandelöls. Die Erdmandel ist eine alte Pflanzenart, die sich aufgrund ihrer vielen Vorzüge, bis in unsere moderne Zeit gehalten hat.